Eine rot getönte Sonnenbrille liegt im Sand.

Sonne ohne Temperaturlimit oder doch lieber gemäßigtere Gefilde? Der Klimawandel zeigt erste Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Europäer.

Das Mittelmeer gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen der Deutschen und bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Strandurlaub, Kulturreise, Gaumenschmäuse und Naturerlebnissen. Seit einigen Jahren jedoch schwindet die Unbeschwertheit und Leichtigkeit solcher Urlaubstage, denn der Klimawandel redet ein Wörtchen mit. Die Erwärmung des Kontinents, anhaltende Hitzewellen und Extremwetterereignisse verändern langsam das Reiseverhalten der Europäer.


Klimawandel wirkt sich auf Urlaubspläne aus

Generell scheint es einen leichten Trend zum Sommerurlaub in kühleren Gefilden zu geben. Das Phänomen nennt sich „Coolcation“. Heißt: War das Urlaubsmotto bis vor wenigen Jahren noch Sommer, Sonne, Strand und Meer, werden zunehmend kühle und gemäßigte Länder wie Schottland, Island, die baltischen Staaten oder Skandinavien für den nächsten Urlaub auserkoren.

Dabei geht es vor allem um Aktivurlaub, also Wandern, Radfahren, Wassersportarten und so weiter. Nicht immer und zu jeder Jahreszeit ist das in warmen Regionen noch möglich, denken wir nur mal an die Bilder aus Athen, als die Akropolis im Sommer 2024 und 2025 über die Mittagszeit aufgrund der extremen Hitze gesperrt wurde.

Ein Trend zur Coolcation zeichnet sich ab, jedoch gibt es noch keine belastbaren Zahlen aus der Wissenschaft. Der Süden Europas ist bei den Deutschen nach wie vor ungebrochen auf dem oberen Platz. Außerdem unterscheiden sich Nord- und Südeuropa durch die Ausrichtung des Urlaubs: Während beispielsweise Badeorte am Mittelmeer klassische Destinationen für Pauschaltourismus sind, wird etwa Skandinavien eher von Individualtouristen besucht – was sich als ein Vorteil der Coolcation abzeichnet: Kühle Regionen sind in der Regel nicht so überlaufen und bieten eine nachhaltige Tourismusstrategie.

Schwarzwälder Kirschtorte auf Spanisch

Spanien, Griechenland und weitere Länder Südeuropas sind besonders von extremer Hitze betroffen. Da wundert es nicht, dass es selbst die an die Wärme angepassten Südeuropäer in Richtung Norden zieht. Ein gutes Beispiel sind die Spanier, denn sie haben den Schwarzwald, genauer: Sasbachwalden, für sich entdeckt. Hier ist es kühler, grün und es gibt Aussicht auf Regen. Statt Churros gibt es Schwarzwälder Kirschtorte und statt Badisch hört man nun Spanisch. Die Einheimischen freut’s.

Die Tagesschau berichtet, dass bereits von 2022 auf 2023 die Zahl spanischer Übernachtungsgäste im Hochschwarzwald um mehr als 50 Prozent anstieg. Die Tendenz ist steigend: Während es im Jahr 2023 rund 1.500 Übernachtungen gab, gab es laut einem Artikel des SWR 2024 bereits im laufenden Jahr über 1.000 Übernachtungen. Der Schwarzwald als Sehnsuchtsort der Spanier – wer hätte das gedacht, wo Spanien doch auf Platz 2 der beliebtesten Reiseziele der Deutschen im Jahr 2025 stand.

Quellen:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/coolcation-tourismus-100.html (abgerufen am 29.12.2025)
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/urlaub-schwarzwald-spanien-hitze-100.html (abgerufen am 29.12.2025)
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/sasbachwalden-schwarzwald-gaeste-spanien-beliebt-102.html (abgerufen am 29.12.2025)